“Weltweite Pressemitteilung” zum “Day of United Symbolic Actions” am 16.Juni 2010

Pressegruppe “Global Wave of Action for Education”
Erlenring 5
35037 Marburg
Deutschland
e-Mail: united.for.education@gmail.com
Tel.: +49 1522 456 1455

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“Globale Aktionswelle für Bildung”

Ein internationales Netzwerk von BildungsaktivistInnen kündigt für den Herbst 2010 gemeinsame Proteste an. Aktive aus aller Welt veranstalten am 16.Juni im Zuge des „Day of United Symbolic Actions“ Aktivitäten gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung.

Im Oktober und November 2009 gab es bereits massenhaften Protest gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung, den “Bologna-Prozess” und die damit verbundenen Probleme, sowie für freie und emanzipatorische Bildung mit uneingeschränktem Zugang für alle!

Die letzten Monate wurden genutzt, um das weltweite Netzwerk zwischen den BildungsaktivistInnen zu stärken und deutlich zu machen, dass alle Gruppen erfolgreicher ihrem Bestreben sein werden, wenn sie sich auf globaler Ebene vereinen. Schließlich sind die Probleme in großem Ausmaß identisch.

Das „International Student Movement“ ist eine unabhängige Plattform, die sich zahlreicher Internetwerkzeuge bedient, um einen umfassenden Informationsfluss und die allgemeine Kommunikation zwischen AktivistInnen in Australien, Nepal, den USA, Puerto Rico, Großbritannien und anderswo auf der Welt zu ermöglichen.

Hunderte Menschen aus vielen verschiedenen Regionen der Welt, die sich mit dem Zustand von Bildung auseinandersetzen, fanden sich an der Ruhr-Universität in Bochum für den “European Education Congress” Ende März 2010 zusammen, um Visionen auszutauschen und Beziehungen über staatliche Grenzen hinweg zu knüpfen. Der Kongress zeigte wieder einmal deutlich, dass die zunehmenden Kosten für den individuellen Zugang zu Bildung, Einschnitte in den Haushalten und eine Zunahme des Einflusses von Wirtschaftsinteressen (durch extra aufgestellte Gremien – wie z.B. den Hochschulrat) und eine kontinuierliche Entdemokratisierung von Bildungseinrichtungen – um nur einige zu nennen – bei weitem keine Probleme sind die sich auf die lokale oder nationale Ebene reduzieren lassen – sondern tatsächlich Menschen überall betreffen. Wie Mutiara Ika, eine studentische Aktivistin in Indonesien, es ausdrückt: „Der Einsatz für freie Bildung kennt einfach keine Grenzen!“. Sie setzt fort: „Freie und emanzipatorische Bildung für alle ist eine grundsätzliche Voraussetzung für jede Gesellschaft, welche sich als demokratisch versteht.”.

Deshalb beschlossen bildungsaktivistische Gruppen, bei ihren zukünftigen Protesten vermehrt gemeinsam zu handeln. Als ersten Schritt beschlossen sie, den 16. Juni als “Day of United Symbolic Actions” zu deklarieren.
An diesem Tag werden Gruppen weltweit an zahlreichen Orten öffentlich die im Herbst diesen Jahres anstehenden „Global Wave of Action for Education“ ankündigen. Diese wird bereits in mehreren Ländern vorbereitet und koordiniert. Den Startschuss für diese wird voraussichtlich ein großer Aktionstag in den U.S.A. am 7. Oktober darstellen. Anschließend wird es mit Besetzungen in Italien und darüber hinaus zu einer größeren Dynamik in Europa kommen. Zu bestimmten Zeitpunkten werden sich auch Gruppierungen aus Afrika, Asien und anderswo einbringen.

Hier ist eine Übersicht einiger Aktionen, die morgen als Teil des „Day of United Symbolic Action“ stattfinden werden:

  • Deutschland: In Dresden wird eine landesweite Demonstration stattfinden. Zu dieser ruft ein breites Bündnis auf, allen voran die Konferenz der Studierendenschaft Sachsen.
    In Marburg (Hessen) werden AktivistInnen ein Banner am Universitätsgebäude anbringen und zur Teilnahme am “Global Wave of Action for Education” diesen Herbst aufrufen.
    In Wilhelmshaven (Niedersachsen) inszenieren AktivistInnen eine Kunstdarstellung, um die Nachricht der bevorstehenden “global wave” in die Öffentlichkeit zu tragen.
  • Indonesien: Eine landesweite Organisation namens PEMPEBASAN mobilisiert für Massenaktionen in zahlreichen Regionen, darunter Jakarta, Yogyakarta, Ost-Kalimantan, Palu-Centre Sulawesi, Süd-Sulawesi, Madura-Ost-Java und Temate-Nord-Maluku. Der Protest richtet sich dort zusätzlich gegen die steigenden Preise für Elektrizität und Nahrung, sowie für freie öffentliche Bildung.
  • Kosovo: AktivistInnen der NGO N’Solidaritet veranstalten eine symbolische Aktion vor der Philosophischen Fakutät der Universität von Prishtina.
  • Nepal: Die weltweite Nepalesische Studierendenorganisation (WNSO) wird ein Programm für freie und emanzipatorische Bildung in der Hauptstadt Kathmandu durchführen.
    Daran teilnehmen werden studentische Vertretungen sowie des Bundes der LehrerInnen.
  • Philippinen: Das “League of Filipino Students” (LFS) hält eine Protestaktion vor dem Haus des Präsidenten in der Hauptstadt Manila ab. Sie protestieren gegen die acht größten Belastungen der Jugend: 1. Erhöhung der Studiengebühren, des Schulgeldes und anderer Gebühren, 2. Ein zu geringer öffentlicher Haushalt für Bildung, 3. Kürzungen von Klassenräumen und inadequate Ausstattung, 4. Starke Zunahme von Abbrüchen auf allen Ebenen in Folge der finanziellen Belastung, 5. Die zunehmende Demontierung von Forschungs-, Entwicklungs-, und Eigentumsrechten, 6. Exportorientierte Lehrplan- und Arbeitspolitik, 7. Schließung von Studierendenvertretungen und Studierendenpublikationen, 8. Nicht durchsetzungsfähige Regierungsbehörden.
  • Russland: Eine Gruppe autonomer ArbeiterInnen mobilisiert LehrerInnen, ArbeiterInnen und Angestellte in Bildungseinrichtungen, Eltern und Studierende für einen spontanen Flashmob in St. Petersburg.
    Eine weitere Gruppe, welche sich “Civil Initiative for Social Human Rights” nennt wird ihre vierte Mahnwache und Straßentheater durchführen in Samara. Ihre Aktionen richten sich auch gegen ein neulich verabschiedetes Gesetz, welches den Weg für die Kommerzialisierung öffentlich finanzierter Einrichtungen ebnet.
  • Sierra Leone: Wie in vielen anderen Ländern des Kontinents finden in
    Sierra Leone Aktionen und Ereignisse als Teil des “African Child’s Day” statt, die von einem breiten Bündnis getragen werden. Das „National Youth Coalition Student Assembly” organisiert Versammlungen, die beide Aktionsrahmen miteinander verbinden.
  • Schweiz: Eine Gruppe namens “Unsere Uni”, hervorgegangen aus den Protesten im vergangenem Herbst, führt in Bern als Teil des Aktionstages ein Straßentheater auf.

Weiter unten finden Sie eine Liste mit Kontaktmöglichkeiten einiger Gruppen, die an dem morgigen Aktionstag teilnehmen werden. Kontaktiere Sie diese, um weitere Einzelheiten zu ihren lokalen Umständen zu erfahren.

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Um in Zukunft aktuelle Neuigkeiten im Zusammenhang mit der „Global Wave of Action for Education“ zu erhalten, können Sie den Newsletter abonieren [Inhalte werden auf englisch versendet].

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Liste der Kontakte einiger Gruppen, welche aktiv im globalen Netzwerk involviert sind:

  • Russia:
    Avtonom
    e-Mail: dirtyjagger@gmail.com
    Phone: +7 892 1895 2540

    Civil Initiative for Social Human Rights
    e-Mail: nata.chindina@gmail.com
    Phone: +7 890 3308 2919
  • Sierra Leone:
    National Youth Coalition Students’ Assembly
    e-Mail: medkwak@yahoo.com (Mohamed Kanneh, National Coordinator)
    Phone:
    +232 77 843346

Pressekonferenz zur Global Week of Action am 6.11 in Frankfurt/M.

Einladung zur Pressekonferenz

Was sind die Probleme der Studierenden in Deutschland, aber auch weltweit? Wie hängen Bildung und Erziehung auf internationaler Ebene zusammen? Hat Bologna wirklich einen europäischen Hochschulraum geschaffen für gute, freie und finanzierbare Bildung? Wie lassen sich die Bildungseinrichtungen weltweit so verändern, dass sie den Anforderungen der Schüler_innen, Studierenden und der Gesellschaft als Ganzes entsprechen?
Bildungsproteste in Europa zeichnen sich zunehmend durch eine neue Entschlossenheit und Intensität aus, wie am Beispiel Österreich zu sehen ist. Wir alle zeigen uns solidarisch und folgen ihrem Beispiel.
Am 5. November 2009 findet weltweit der „Warm-up Day“ für die kommenden Bildungsproteste statt. Vom 9. bis 18. November 2009 rufen im Rahmen der „Education is NOT for $A£€ – Global Week of Action“ mehr als 60 Gruppen in knapp 30 Ländern zu öffentlichen Diskussionen, Demonstrationen und Besetzungen auf. In Deutschland sind lokale Bildungsstreikbündnisse und Studierendenvertretungen aus u.a. München, Bonn, Marburg, Frankfurt/M., Berlin, Heidelberg, Hamburg, Münster, Bochum involviert.
Der 17. November wird von Großdemonstrationen und weiteren Protesten in diversen Ländern gekennzeichnet sein gefolgt von einer intensiven Bildungsstreik-Phase in Deutschland, die mit der Blockade der Kultusministerkonferenz in Bonn und der Hochschulrektorenkonferenz in Leipzig ihre Höhepunkte erreichen wird.

Für freie Bildung – weltweit. Bildung ist keine Ware!

Zeit: Freitag, dem 6. November 2009, 12.00 Uhr
Ort: Festsaal (1.Etage) Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim,
Mertonstraße 26-28, 30325 Frankfurt am Main

Folgende Personen werden jeweils ein kurzes Statement abgeben: Mo Schmidt (Referent für Hochschulpolitik, AStA Marburg), Christian Doering (Initiative Bildungsstreik Marburg), studentische Vertretung der Goethe-Universität Frankfurt/M. (eingeladen), StudentIn der besetzten Universität Wien (eingeladen) und LandeselternvertreterIn (eingeladen).
Der Pressemappe wird ein vollständige Auflistung der SpercherInnen zu entnehmen sein.

Im Anschluss an die Pressekonferenz stehen Ihnen diese für Interviews und Nachfragen zur Verfügung. Bitte melden Sie sich für die Pressekonferenz an. Pressemappen werden Ihnen vor Ort bereit gestellt.

Die Ziele und Forderungen der Proteste finden Sie unter:
www.emancipating-education-for-all.org
www.bildungsstreik2009.de
www.edu-movement.org

Weitere Informationen erteilen Ihnen gerne: Andreas Fried, Melanie Frei, Christian Doering und Mo Schmidt Mitglieder des Presseteams der „International Student Movement“.

Kontaktdaten:
E-Mail: presse@bildungsstreik-marburg.de
Tel.: 0151/20476928
Fax: 03212-8877123

Anmeldung: Bitte melden Sie sich per E-Mail oder per Fax an!